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Prophetin Miriam (Allegorische Skulptur)

Geschichte der Erschaffung

Johann Pinsel schuf die Skulptur Ende 1758 für den Ambo der römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen im Dorf Hodowycja. Der Autor des Tempelprojekts ist der Architekt Bernhard Meretyn.

Beschreibung der skulpturalen Komposition

Der Kopf der Prophetin Miriam ist zurückgeworfen, ihre Haare sind sorgfältig unter dem Umhang zusammengefasst. Ihr Gesicht ist ruhig, ihre Augen sind weit geöffnet. Die Hände der Skulptur sind auseinander, das rechte gebogene Bein stützt sich auf die Ebene der Volute der Konsole. Die Skulptur zeichnet sich durch das von der Farbe hervorgehobene Gesicht und Haare aus. Der Meister schnitzte das Kleid flach der Falten entlang der weiblichen Taille und betonte aktiv die Faltenkanten. Das Kleid, die Konsole und die Rocailles wurden vom Meister vergoldet.

Johann Pinsel schnitzte auf der Brust der Prophetin den Choschen – ein rechteckiger Brustlatz mit zwölf Edelsteinen. Das Schmuckstück weist auf ihre besondere Herkunft hin: Miriam war die ältere Schwester von Aaron und Moses. Der Bildhauer Pinsel und der Architekt Meretyn platzierten konzeptionell die Figur von Miriam, der Retterin und Urahne, auf dem Ambo. Zu damaliger Zeit haben sie eine mutige Entscheidung getroffen, die Gendergleichheit im symbolischen Inhalt des Tempels zu zeigen. Auf Fotografien des frühen 20. Jahrhunderts hielt Miriam die Geboten-Schrifttafeln – zwei Steinplatten, die mit den Zehn Geboten gemeißelt waren. Heute sind Handflächen, Füße mit Sandalen und Schrifttafeln verloren.

Die intellektuelle Bedeutung und Darstellung der skulpturalen Komposition ähnelt den Fresken von Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle, insbesondere der Darstellung der Sibyllen-Prophetinnen. Diese Tatsache bestätigt, dass Johann Pinsel den Vatikan besucht hat.

  • Prophetin Miriam (Allegorische Skulptur). 1758.
  • Lindenholz, polychrom gefasst und vergoldet.
  • Größe: 157х120х96.
  • Aufbewahrungsort: Museum von Johann Georg Pinsel in Lemberg Inv.-Nr. С-1-1469.
  • Stammort: der Ambo der römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen im Dorf Hodowycja, Region Lemberg .
  • Literaturverzeichnis: Bochnak, 1931, s. 52. — Mańkowski, 1937, s. 36, 92, il. 64-65. — Hornung, 1937, s. 31-33, 56-57, il. 44. — Hornung, 1976, s. 44-45. — Gębarowicz, 1986, s. 15-16, il. 12, 14. — Woznyc’kyj, Opanasenko, 1988, s. 10-11, № 29 (Ausst.-Kat.). — Ausst.-Kat. Praha 1989, s. 17, Kat.-Nr. 30. — Ausst.-Kat. Wilanów 1990, s. 24f, Kat.-Nr. 30. — Mieleszko, 1990, s. 57-60. — Ausst.-Kat. Poznań 1993, s. II.55-58, Kat.-Nr. 17. — Ostrowski, 2000, s. 212f, il. 14. — Slg.-Kat. Lviv, 2006, s.116f. — Woznyc’kyj 2007, s. 22, Nr. 13 (Katalog). — Stec’ko 2012, s. 159 (Katalog). — Ausst.-Kat. Paris 2012, s. 118-34, Kat.-Nr. 15. — Himmlisch! 2016, s. 128, Kat.-Nr. 14 (Katalog).