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Heilige Johannes Evangelist

Geschichte der Erschaffung

Die Skulptur stammt vom Hauptaltar der Römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen in Hodowycja. Der Tempel wurde nach einem Projekt des Architekten Bernhard Meretyn errichtet. Die Skulptur entstand in den späten 1750ern Jahren, vermutlich 1757-1759. Zu dieser Zeit verfügte der vierzigjährige Pinsel bereits über große skulpturale Erfahrung.

Beschreibung der Skulptur

Die Skulptur zeichnet sich durch eine energische Haltung mit symbolisch erhobenen Händen, den nach oben gerichteten Kopf, und den staunenden Gesichtsausdruck aus. Die Kleidung ist ausdrucksvoll, flächig und geometrisch geschnitzt. Die Drapierungsfalten sind tief, gerippt und rhythmisch geordnet. An den Händen und am Rumpf ist die Kleidung in Form gehackter Teile dargestellt, und die Anatomie der Figur ist nur an Unterschenkeln zu sehen. Ein derartiger Autorenansatz zeigt sich später in der Aufteilung der Formen in räumlichen Strukturen des Kubismus im frühen 20. Jahrhundert.

In dieser Arbeit vergleicht Pinsel die starken geschnitzten Handgelenke, den mageren Kopf auf dem muskulösen Hals und die geschärften Füße mit der gewirbelten Drapierung. Zur Verdeutlichung seiner Idee schnitzt der Autor realistisch, färbt dann mehrfarbig offene Körperteile und verziert das Phelonium mit Vergoldung. Es soll darauf hinweisen, dass der Нeilige Johannes im Gegensatz zu den weit verbreiteten Bildern wurde als 40-jähriger Mann ohne Bart dargestellt. Vor diesem Hintergrund können wir vermuten, dass es sich bei diesem Werk des Bildhauers um ein Autoporträt handelt.

Technische Beschreibung

  • Hl. Johannes Evangelist. Ende der 1750-er.
  • Holz, Levkas, vergoldet.
  • Розміри: 176×125×79 cm.
  • Місце зберігання: Музей “Івана Георгія Пінзеля” у Львові. Inv.-Nr. C-1-1627.
  • Aus dem Hochtaltar der Römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen in Hodowycja, Lemberg
  • Literatur: Bochnak, 1931, S. 51-55, 85. — Mańkowski, 1937, S. 35-36, 91, 136-137, il. 2. — Hornung, 1937, S. 29-33, 56, 58, il. 22. — Hornung, 1976, S. 44. — Lubtschenko, 1967, S. 21-23. — Gębarowicz, 1986, S. 24. — Woznyc’kyj, Opanasenko, 1988, S. 9, № 27 (Ausst.-Kat.). — Ausst.-Kat. Prag 1989, S. 16, Kat.-Nr. 32. — Ausst.-Kat. Wilanów 1990, S. 23f, Kat.-Nr. 28. — Mieleszko, 1990, S. 57-60. — Woznyc’kyj, 1991, S. 111. — Ausst.-Kat. Poznań 1993, S. II.49-54, Kat.-Nr. 16c. — Ostrowski, 2000, S. 212, il. 14. — Woznyc’kyj 2007, S. 31, № 15 (Katalog). — Stec’ko 2012, S. 159 (Katalog). — Ausst.-Kat. Paris 2012, S. 118-34, Kat.-Nr. 14. — Himmlisch! 2016, S. 128, Kat.-Nr. 13 (Katalog).