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Engel | Horodenka

Geschichte der Erschaffung

Die Skulptur stammt vom Hauptaltar der römisch-katholischen Missionarskirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria. Johann Pinsel schuf die Skulptur 1752-1755. Der Tempel wurde innerhalb von 1745-1769 nach dem Entwurf von Bernhard Meretyn erbaut.

Beschreibung der skulpturalen Komposition

Der Kopf der Engelsskulptur ist friedlich nach links geneigt, seine Augen sind nachdenklich geöffnet. Nackte Schultern – gespreizt und sehnig, die Arme zum Gebet gefaltet. Das rechte Bein mit freiem Knie ist beiseitegelegt und erstarrt, ohne die Bodenfläche zu berühren. Der linke Fuß ist hinter dem Gewand des Engels versteckt: dieser ist zu sehen. Zwei mächtige Flügel mit sorgfältig geschnittenem Gefieder sind in der Luft gestreckt.

Der Bildhauer schnitzte Kleider mit ausdrucksstarken tiefen Streifen und flatterten Rockschößen. Das Gewand ist leicht: das Tuch scheint den Körper des Engels mit strahlenden Lichtern zu umarmen. Nur der Kopf mit lockigem Haar, Arme, Brust und rechtes Bein zeigen seine Körperlichkeit.

Handfinger, Fragmente von Kleiderfalten und rechter Flügel sind verloren. Wie es von alten Fotos bekannt ist, hat Johann Pinsel freigelegte Körperteile und Haare realistisch und farbenfreudig dargestellt und das Kleid mit Gold bedeckt, um die Essenz des Engels auszudrücken.

Pinsel stellt den Engel ungewöhnlich dar. Er verleiht ihm uralte Zeichen an der Wende von Jugend und Reife, Romantik und Opferbereitschaft. Bewegung, feine Linien, grafische Gewandfalten, gefaltete Hände zum Gebet, kontrastierende Plastizität der Flügel, tüchtig geschnitztes Haar und die Haltung des Engels ähneln den Werken von Albrecht Dürer.

  • Engel. 1752-1755.
  • Lindenholz, Reliktbereiche von Levkas, verlorene Polychromie.
  • Abmessungen: 253х200х81.
  • Aufbewahrungsort: Museum von Johann Georg Pinsel in Lemberg Inv.-Nr. С-1-1655.
  • Stammort: der Hauptaltar der römisch-katholischen Missionarskirche der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria in Horodenka, Region Iwano-Frankiwsk.
  • Literatur: Mańkowski, 1937, s. 32-33. — Hornung, 1937, s. 52. — Hornung, 1976, s. 75-78, il. 66, 68. — Woznyc’kyj, Opanasenko, 1988, s. 5, № 3 (Ausst.-Kat.). — Ausst.-Kat. Praha 1989, s. 13, Kat.-Nr. 3. — Ausst.-Kat. Wilanów 1990, s. 18f, Kat.-Nr. 3. — Mieleszko, 1990, s. 57. — Woznyc’kyj, 2007, s. 75, № 40 (Katalog). — Stec’ko, 2012, s. 160 (Katalog). — Himmlisch! 2016, s. 126, Kat.-Nr. 2 (Katalog).