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Der zwölfjährige Jesus unter den Schriftgeleben.

Geschichte der Erschaffung

Johann Pinsel schuf die Reliefkomposition für den Ambo der römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen im Dorf Hodowycja im Jahr 1758. Der Autor des Tempelprojekts ist der Architekt Bernhard Meretyn.

Beschreibung der skulpturalen Komposition

In der Reliefkomposition „Der zwölfjährige Jesus unter den Schriftgeleben“ befindet sich die Figur des Messias am Schnittpunkt der Diagonalen der Holzsplinthe. Der Meister platzierte acht jüdische Lehrer auf bogenförmige Weise in der unteren Hälfte des Werkes. Rechts hinter den Lehrern stehen die Heiligen Maria und Josef. In der oberen linken Ecke befindet sich ein gefalteter vergoldeter Vorhang.

Jesus sitzt und spricht die Lehrer mit ausgestreckten Armen an. Das Gesicht und die Handflächen von Christus sind heute verschollen. Ein Teil der jüdischen Lehrer hört ihm aufmerksam zu. Andere suchen in den aufgeschlagenen Heiligen Büchern nach Antworten und Erklärungen. Johann Pinsel stellte die Heiligen Maria und Josef im Moment des Wiedertreffens des zwölfjährigen Jesus dar: ihre Gesichter strahlen Freude und Erhebungsgefühl aus.

In der Reliefkomposition des Meisters lässt sich eine strikte geometrische Struktur betrachten. Stattdessen schnitzte Meister Pinsel die Bärte und Haare jüdischer Lehrer auf dynamische und ausdrucksstarke Art. Bei der Modellierung von Falten verwendete er die Techniken feiner Umrisse, die der altrussischen Ikonographie innewohnen. Der gefaltete Vorhang lädt den Zuschauer ein, über das fünfte Geheimnis der Gebetenkontemplation, das Wiedertreffen von Jesus Christus im Tempel, zu meditieren.

Der Reliefkomposition „Der zwölfjährige Jesus unter den Schriftgeleben“ ging ein ähnliches Werk aus der Kirche in Horodenka voraus. Beide Werke befanden sich in der zentralen Bogenebene des Ambos. In Horodenka wurde sein ideologischer Inhalt von beiden Seiten durch die Figuren von vier Evangelisten verstärkt. In Hodowycja gibt es wiederum Skulpturen der Prophetinnen Miriam und Hanna. Beide Reliefs beeindrucken mit unglaublicher Ähnlichkeit und Genauigkeit des dargestellten Ereignisses. Auf der Rückseite des Reliefs aus Hodowycja befindet sich eine lateinische Inschrift „Bernard Merettin“ und ein Siegellackstempel des Architekten mit den Buchstaben „B“ und „M“ in den Ecken. Das ist die letzte bekannte Signatur des Architekten zu Lebzeiten für das abgeschlossene Werk.

  • Der zwölfjährige Jesus unter den Schriftgeleben. 1758.
  • Lindenholz, polychrom gefasst und vergoldet.
  • Größe: 65х68х20 cm.
  • Aufbewahrungsort: Aufbewahrungsort: Museum von Johann Georg Pinsel in Lemberg, (die Nationale Kunstgalerie im Namen von Woznyc’kyj) Inv.-Nr. С-ІІ-758.
  • Stammort: der Ambo der römisch-katholischen Pfarrkirche Allerheiligen im Dorf Hodowycja, Region Lemberg.
  • Literatur: Bochnak, 1931, s. 52. — Mańkowski, 1937, s. 36, 92, il. 64-65. — Hornung, 1937, s. 31-33, 56-57, il. 44. — Hornung, 1976, s. 44-45. — Gębarowicz, 1986, s. 15-16, il. 12, 14. — Woznyc’kyj, Opanasenko, 1988, s. 10-11, № 29 (Ausst.-Kat.). — Ausst.-Kat. Praha 1989, s. 17, Kat.-Nr. 30. — Ausst.-Kat. Wilanów 1990, s. 24f, Kat.-Nr. 30. — Mieleszko, 1990, s. 57-60. — Ausst.-Kat. Poznań 1993, s. II.55-58, Kat.-Nr. 17. — Ostrowski, 2000, s. 212f, il. 14. — Slg.-Kat. Lviv, 2006, s.116f. — Woznyc’kyj 2007, s. 22, Nr. 13 (Katalog). — Stec’ko 2012, s. 159 (Katalog). — Ausst.-Kat. Paris 2012, s. 118-34, Kat.-Nr. 15. — Himmlisch! 2016, s. 128, Kat.-Nr. 14 (Katalog).